Der Lebensbaum

„Ich bin Leben das leben will, in mitten von Leben, das leben will“

Mit dieser Feststellung fordert uns der berühmte Arzt, Theologe und Philosoph Albert Schweitzer auf, im Spannungsfeld zwischen Mensch und Kreatur kein oben und unten, kein besser oder schlechter, sondern ein gleichberechtigtes miteinander zu sehen. Der Lebensbaum, schon aus antiken Mythologien ein bekanntes Sinnbild des Lebens und der Lebenskraft steht nicht isoliert. Er ist eingewoben in das Beziehungsgefüge der Schöpfung. Der Mensch ist nur ein Teil und steht zwischen Flora und Fauna, zwischen Blättern, Baum und Tier. Leben ist ausschließlich an Strukturen gebunden. Die verschiedenartigen, sich durchdringenden und emporhebenden Gestaltungselemente sind somit Symbol. So gegensätzlich sie sind und sich bewegen, so gemeinsam sind ihr methodischer Aufbau und ihr Zyklus. Sie entstehen aus dem Untergrund, sind Ornament, fügen sich zum belebten Wesen und verlieren sich wieder im Hintergrund.

Geschabter Blei, Skalpell
99 x 75
2003

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